Benutzer: gast • Besitzer: didaktik • Zuletzt geändert am: 2010/11/04 00:42:22

Vigenère-Code (polyalphabetisch)

Um die Häufigkeiten der Buchstaben im Geheimtextalphabet (GTA) möglichst gleich groß zu gestalten, wurde im 16. Jahrhundert unter anderem von Vigenère folgendes Verfahren entwickelt.
Bei der Verschlüsselung wird nicht nur ein Geheimtextalphabet, sondern verschiedene benutzt; die sich wieder aus der Verschiebung des Klartextalphabetes (KTA) ergeben. Auf die verschiedenen GTAe wird durch einen festgelegten Schlüssel zugegriffen.
Zunächst notiert man das sogenannte Vigenère-Quadrat.
 
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
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A
B
D
E
F
G
H
I
J
K
L
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N
O
P
Q
R
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T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
...
                                                 
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
...
                                                 
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
N
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P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
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M
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
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A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
...
                                                 
S
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
T
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
U
V
W
X
Y
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
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M
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Q
R
S
T
...
                                                 
Z
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Schlüssel: UNIPOTSDAM

Es wird nun der zu verschlüsselnde Text und darüber unser Schlüsselwort aufgeschrieben.
 

Schlüssel:
U
N
I
P
O
T
S
D
A
M
U
N
I
P
O
T
S
D
KTA:
D
A
S
I
S
T
S
T
R
E
N
G
G
E
H
E
I
M
Zum Verschlüsseln des ersten Buchstaben wird in der Zeile, die mit U beginnt, der Buchstabe notiert, der unter der Spalte D des KTAs steht. Also das X. Um den zweiten zu verschlüsseln, sucht man den Buchstaben in der Zeile N unter der Spalte A. Dort findet man natürlich das N. Den dritten Geheimbuchstaben findet man in der Zeile I unter der Spalte S. Das ist A.

So ergibt sich also der folgende Geheimtext:

Schlüssel:
U
N
I
P
O
T
S
D
A
M
U
N
I
P
O
T
S
D
KTA:
D
A
S
I
S
T
S
T
R
E
N
G
G
E
H
E
I
M
GTA:
X
N
A
X
G
M
K
W
R
Q
H
T
O
T
V
X
A
P
Ein Angreifer ist nun nicht mehr in der Lage, zu erkennen, aus welchem Buchstaben sich der Geheimbuchstabe ergab.
Die drei Es, die im Klartext vorhanden sind, wurden in verschiedene Buchstaben verschlüsselt.
Die drei Xs, die im Geheimtext stehen, ergaben sich aus verschiedenen Buchstaben im Klartext.

So ist dieses Verschlüsselungsverfahren viel sicherer als das einfache Caesarverfahren. 
Ein Probieren würde nicht zum Erfolg führen. Die statistische Analyse liefert zunächst auch keine Chance. Erst wenn die Länge des Schlüssels bekannt wäre, könnte analytisch wieder eine Häufigkeit der einzelnen Buchstaben bestimmt werden, da ja dann klar ist, welche Buchstaben des Geheimtextes in derselben Zeile des GTAs stehen. Die Sicherheit dieses Verfahrens steigt also, je länger der Schlüssel ist. Die sicherste Variante wäre, wenn Klartext und Schlüssel die gleiche Länge hätten, denn dann kann auch die Statistik nicht zum Knacken helfen.


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