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Eine unendliche Menge M heißt abzählbar unendlich
(kurz: abzählbar), wenn es
eine bijektive Abbildung f: IN-->M gibt (oder ? was gleichwertig ist
? wenn es eine
bijektive Abbildung g: M-->IN gibt). f nennt man Abzählung.
Ist M unendlich, aber nicht
abzählbar, so heißt M überabzählbar.
Satz:
1) Jede unendliche Teilmenge einer abzählbaren Menge ist abzählbar.
2) Jede Obermenge einer überabzählbaren Menge ist überabzählbar.
Beweis:
s. Übungen.
Satz:
Die Menge aller Algorithmen ist abzählbar.
Beweis:
Die Menge aller Algorithmen ist eine Teilmenge von X*. Wegen o.g. Satz
brauchen wir
also nur zu zeigen, dass die Menge aller endlich langen Texte X*, die
man über dem
Alphabet X bilden kann, abzählbar ist.
Sei |X| die Anzahl der Elemente des Alphabets X. Die Elemente von X
mögen irgendwie
angeordnet sein, z.B. so:
X={'a',...,'z','A',...,'Z','0',...,'9',',',':',...,'-','+','à'}.
Sei
p: X-->{1,2,...,|X|}
eine totale Funktion, die jedem Zeichen x X
die Stelle zuordnet, an der es im Alphabet
X auftritt. Zum Beispiel gilt p('a')=1, p('z')=26, p('7')=60 usw.
Sei nun w X* ein beliebiges
Wort. w hat eine endliche Länge |w|=n IN,
d.h.
w=x1 x2 x3 ...xn
, xi X für alle
i {1,...,n}.
x1 ,...,xn sind die Zeichen, aus denen w aufgebaut
ist. Dann definieren wir folgende
Funktion:
: X* -->IN durch

Speziell sei ( )=0.
Offensichtlich ordnet f jedem Wort aus X* genau eine Zahl zu.
ist
also eine totale Funktion. Wir behaupten:
ist injektiv. Hierzu beachte man dass stets
gilt. Man betrachte nun zwei beliebige Wörter v,w X*
. Wenn diese zwei Wörter v und w
verschiedene Länge besitzen, dann gilt wegen obiger Ungleichung
sicher (w) (v).
Sei daher |w|=|v|, also w=x1 x2 x3 ...xn
und v=y1 y2 y3 ...yn für
ein n>= 0. Weiterhin gelte
(w)= (v),
d.h.:
folglich:

Dies kann aber nur zutreffen, wenn p(xi )-p(yi )=0
für alle i gilt. Da p bijektiv ist, müssen
also alle xi gleich den yi sein. Wir haben somit
gezeigt, daß für beliebige Wörter v und w
die Gleichheit (w) = (v)
nur gelten kann, wenn v=w ist. Folglich ist
injektiv.
Wir betrachten nun (X* ).
Da X* eine unendliche Menge und
eine injektive Funktion ist, muß auch (X*
) eine unendliche Menge sein. Nach o.g. Satz ist jede unendliche Teilmenge
von IN abzählbar unendlich, also auch (X*
). Da (X* ) gleichmächtig
zur Menge X* ist, folgt hieraus die Abzählbarkeit von X*. Somit ist
auch die Menge aller Algorithmen als unendliche Teilmenge von X* abzählbar.
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