Benutzer: gast • Besitzer: mthomas • Zuletzt geändert am: 2010/11/04 00:55:17

Technik



Elektrisch in Fahrt

Auf der Kommandobrücke des Royal Carribbean-Schiffs (größtes Passagierschiff der Welt) gibt es für jede Antriebseinheit einen Mehrzweckhebel. Er erinnert an einer modernen Mischbatterie. Der Hebel kann gleichzeitig in die Höhe gezogen und um seine achse gedreht werden. Es werden die Drehzahl des Propellers und gleichzeitig seine Richtung abgelesen. Diese neue Technik wird unter geschützter Markenbezeichnung:"Azipod-Konzept" verkauft und bietet der heutigen Schifffahrtsgesellschaft grosse Vorteile. Ein Teil der Vorteile hängt damit zusammen, dass die Azipod-Technik (Azimuthing Electric Propulsion drive) elektrisch betrieben wird. Der Strom wird an Bord mit grossen Diesel-Generatoren-Gruppen erzeugt,die stets in einem möglichst günstigen Betriebszustand arbeiten. Eine mechanische Kraftübertragung zum Propeller ist aber nicht nötig. So, wie bei Passagierschiffen wichtig, spart dies im Rumpf des Schiffes ziemlich viel Platz und schließt unangenehme, durch die Hauptwelle ausgelöste Vibrationen aus. Ein weiterer Vorteil, ist das die hydrodynamischen Verhältnisse des Azipod-Antriebs so günstig sind, dass das Schiff Treibstoff sparen kann.

Wendig, sparsam und präzis

Dank dem Azipod-Antrieb wird die Manövrierfähigkeit erheblich verbessert, so ist auch ein 300m langer Ozeanriese in der Lage ohne Schlepperhilfe ein- und auszulaufen (sofern er überhaupt in den Hafen passt). Das spart Anlegezeit, denn ein Schiff verdient sein Geld bei der Fahrt und nicht am Pier. Ein mit Azipod-Steuerung ausgerüstetes Schiff kann mit der Wendigkeit dieser Steuerung praktisch vollautomatisch, computerkontrolliert von Pier zu Pier fahren. Einem rudergesteuerten Schiff gegenüber ist ein Schiff mit Azipod-Antriebauch auf der feiner kontrollierbar

Unschlagbar im Eis

Bevor die Azipod-Steuerung auf Kreuzfahrtschiffe verwendet wurde, wurde das System auf Spezialschiffe für die Fahrt in Polaren Gewässer angewendet, bei Forschungsschiffen, Eisbrechern und Versorgungstankern. Mit diesem System gelingt es einem Eisbrecher eine 15m dicke Eisschicht zu durchbrechen, indem das Schiff rückwärts, mit dem Heck voran, auf das Eis fährt. Die Azipod-Motorengondel werden einfach um 180° gedreht, die Propeller ziehen das Schiff, statt es zu stoßen.

Die Brücke

Von der Brücke aus wird das Geschehen an Bord bestimmt. Hier wird die meiste Technik angewand und mit geringsten Personalaufwand optimal schnelle Arbeit zu erzielen. Um die Übersichtlichkeit auf der Brücke zu wahren, bietet sich die Zusammenfassung aller technischen Einrichtungen in einem gemeinsamen Pult an. Dieses Pult nennt man, modulares Brückenfahrpult, es besteht aus mehreren variabeln technischen Geräten, damit bietet es die Möglichkeit eine Ein-Mann-Brücke zu realisieren.

Die neue Technik

Ein Ozeanriese braucht kein Steuer mehr. Während Jahrtausenden wurden die Schiffe mit dem Steuerruder gelenkt. Doch jetzt kommt die neue Technik. Um ein Schiff die gewünschte Fahrrichtung zu geben, hat man immer ein Steuerruder verwendet. Diese verstellbare Fläche lenkt die Strömung ab und gibt dem Schiff damit den gewünschten Drehimpuls. Seit einiger Zeit werden immer mehr und immer größere Schiffe gebaut, die kein Steuerruder haben. Ihnen gibt der Antriebsproppeler nicht nur den Vortrieb sondern auch die Richtung. Der gesammte Antrieb ist nähmlich beweglich angeordnet. Motor und Propeller befinden sich auf einer torpedoförmigen Gondel, die um 360° frei drehbar ist.