

Thomas Alva Edison
(1847 - 1931)
Zu den größten Erfindern, die die Welt hervorbrachte, zählt sicherlich der gebürtige Amerikaner Thomas Alva Edison (1847-1931). Edisons Vorfahren stammen von der Zuidsee in Holland. Um 1730 tauchte ein erster Edison (John Edison) in Amerika auf. 1828 heiratete ein Samuel Edison eine Nancy Elliot, eine Lehrerin schottisch-englischer Herkunft. Sie hatte sieben Kinder, von denen vier früh starben.
Der jüngste Sohn, Thomas Alva, wurde am 11. Februar 1847 in Milan (Ohio) geboren. 1854 liess sich die Familie in Port Huron in Michigan nieder. Seine Mutter war stets bemüht seine außerordentlichen Fähigkeiten zu entwicklen. Für eine gute Ausbildung fehlten jedoch die Mittel; außerdem starben seine Eltern recht früh. Mit zwölf Jahren mußte Thomas als Zeitungsjunge bei der örtlichen Eisenbahngesellschaft arbeiten. Während den langen Wartezeiten besuchte er oft die Bibliothek in Detroit und befasste sich mit Physik und Naturwissenschaft. Im Alter von fünfzehn richtete er sich im Gepäckwagen des Zuges eine kleine Druckerei mit einem Labor ein und gab bereits eine Zeitung heraus, den Weekly Herald.
Bei einem seiner Experimente kam es zu einer Explosion, wobei der Gepäckwagen in Brand geriet. Edison erhielt vom Zugführer eine derart harte Ohrfeige, daß er auf einem Ohr zeitlebens taub blieb. Anschließend arbeitete er als Telegraphist, bastelte immer wieder und befaßte sich hauptsächlich mit elektrischen Versuchen.
Nach dem Bau eines elektrischen Stimmenzählers für das Parlament, welcher jedoch auf wenig Interesse stieß, entwickelte Edison den Börsentelegraph, welchen er für 24.000 Dollar der Western Union in New York verkaufen konnte. Bei dieser Firma erhielt er anschließend eine Anstellung. Durch die Verbesserung am Telegraphen kam er zu größeren Einnahmen. Sie erlaubten ihm, in Menlo Park im Staate New Jersey, ein größeres Labor einzurichten. Unter anderem erfand Edison ein Telefon, jedoch kam sein Antrag auf Erteilung eines Patentes nur zwei Stunden später beim Patentamt an, als das von Alexander Graham Bell.
Edison kannte den Phonautographen von Leon Scott. Richtungsweisend für die spätere Erfindung des Phonographen dürften jedoch die Versuche mit dünnen Membranen gewesen sein, wie sie Bell für sein Telefon benutzte. Als er im Sommer 1877 Bells Telefonhörer untersuchte, stellte er fest, daß die Membrane im Gleichklang mit der Stimme vibrierte. Bei diesen Versuchen setzte er eine kleine Nadel auf die Membranmitte und ertastete die Schwingungen mit seinem Finger. Diese Feststellung brachte Edison dazu, sich weiterhin mit der Schallaufzeichnung zu befassen.
Am 29. November 1877 zeichnete Edison die erste Skizze einer Sprechmaschine, die er Phonograph nannte, in sein Notizbuch. Sein Chefmechaniker John Krüsi - übrigens ein gebürtiger Schweizer - baute nach diesem Entwurf ein Modell. Das Gerät erhielt einen 9 cm dicken Zylinder auf einer Schraubenspindel, die mit einer Handkurbel gedreht werden konnte. Auf den gegenüberliegenden Seiten des Zylinders befand sich auf verstellbarer Halterung je eine Membrane mit einem Stift in der Mitte. Edison rezitierte den Anfang des Kinderliedes Mary had a little lamb auf die eine Membrane. Nach dem Zurückdrehen der Spindel zum Anfangspunkt löste er den Stift der Membrane, die er gerade besprochen hatte, von der Walze. Sodann setzte er den Stift der anderen Membrane auf die Walze und begann die Walze in die gleiche Richtung, wie bei der Aufnahme zu drehen. Der Kinderreim wurde verständlich wiedergegeben!
Am 24. Dezember 1877 meldete Edison seinen Phonographen zum Patent an, das ihm am 19. Februar 1878 auch erteilt wurde. Es folgten von Edison später noch weitere 195 Patentanmeldungen zum Phonographen.
So unvollkommen Edisons Phonograph noch war, alle Welt interessierte sich dafür und schon wenige Wochen nach der Patentanmeldung, versuchte Edison den Phonographen kommerziell zu nutzen. Er gründete die Edison Speaking Phonograph Company. Die Firma begann sogleich mit der seriellen Herstellung des Phonographen. Danach wurden Vertreter instruiert, wie sie den Phonographen gegen Entgelt auf Straßen, Vergnügungszentren und Jahrmärkten zu demonstrieren hatten. So begann der kommerzielle Aufstieg der konservierten Musik.