Funktion der
Jacquard-Maschine

Musterweben durch maschinelles Heben und Senken von Kettfäden.


Messer
Platinen
Platinenboden
Nadel

An den Nadeln setzt das Prisma mit den Lochkarten an. Bei der Jacquard-Maschine werden die Harnischschnüre, an denen die Kettfäden hängen, ebenfalls in Gruppen zusammengefaßt und an Platinen gehängt. Die Platinen sind im Platinenboden reihenweise angeordnet. In diese senkrechten Platinenreihen greifen waagerechte Nadeln ein. Diese Nadeln tasten Lochkarten ab. Treffen die Nadeln auf ein Loch in der Lochkarte, werden die ihnen zugeordneten Platinen von schwingenden Messern angehoben und ziehen die entsprechenden Kettfäden für die Fachbildung hoch.
Die Jacquard-Steuerung kann als erster Computer angesehen werden, der Jacquard-Webstuhl als erste programmgesteuerte Maschine. Der Mensch, der den Musterentwurf auf der Kartenschlagmaschine in eine Lochkarte umsetzte, wäre dann der erste Programmierer.
Hier einige Ansichten eines Webstuhls aus dem Museum für Verkehr und Technik in Berlin:

Weiterentwicklung:

Nach der Entwicklung der Jacquard-Maschine wurde das gleiche Prinzip auf die gemeinsame Bewegung mehrerer Schäfte übertragen. Schaftmaschinen konnten wie Jacquard-Maschinen an vorhandene Webstühle angebracht werden, im Gegensatz zu Jacquard-Maschinen jedoch nicht nur oberhalb des Webstuhls, sondern auch von der Seite her mit waagerecht liegenden Platinen (Zug statt Hub).

Nach der Entwicklung der Schaftwerberei gab es nun drei Maschinen zur Mustersteuerung: Jacquard-Maschinen, Schaftmaschinen und einfache Trittexenter.