
Am 24. Januar 1838 hat der Amerikaner Samuel Morse für
die Übermittlung
von Nachrichten erstmals ein Alphabet aus Punkten und Strichen benutzt.
Dieses Alphabet bestand aber zusätzlich aus unterschiedlich langen
Pausen innerhalb der verschiedenen Buchstaben. Die Mängel dieser schwierigen
Zeichengebung erwiesen sich schon bei der erstmaligen Einführung in
Europa für den Schiffsnachrichtendienst auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven.
Die verschieden langen Pausen boten dauernd Anlaß zu irrtümlicher
Auslegung. Der Inspektor der Hamburger Telegraphenlinie, F. Clemens Gerke,
stellte deshalb ein neues Alphabet aus Punkten und Strichen auf, das die
von Morse eingeführten Pausen zwischen den Elementen eines Buchstabens
nicht mehr besaß.
Das von Morse angegebene Alphabet hat sich also
in Europa nicht durchsetzen können - es wurde durch ein besseres ersetzt.
Bei der Gründung des "Deutsch - Österreichischen Telegraphenvereins"
im Jahre 1850 schlug man wegen seiner Vorzüge den Morseapparat vor.
Das verwendete Alphabet wurde aus den damals bekannten Telegraphenschriften
von Morse, Gerke, Baen und Steinheil gebildet und als "internationaler
Code für den Morsetelegraphen" bezeichnet, obwohl Morse an seiner
Schaffung nicht mitgearbeitet hatte. So ist unser heutiges Morsealphabet,
das sich ab 1853 beginnend in ganz Europa durchsetzte, das Ergebnis einer
deutsch - österreichischen Gemeinschaftsarbeit. Die Morsezeichen wurden
zwar im Laufe der Jahre ergänzt, aber in keinem wesentlichen Punkt
mehr verändert.
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