
| Die Bezeichnung für mechanische oder
elektronische Rechengeräte wird meist im engeren Sinne für Tischrechner gebraucht,
die die vier Grundrechenarten (Vierspeziesmaschinen) oder nur die Addition und die
Subtraktion ausführen. Mechanische Rechenmaschinen enthalten als Resultatwerk ein Zählwerk mit Zehnerübertragung. |
![]() Zähl- und Sortierapparatur von Hermann Hollerith, 1890: auf der Zählapparatur der Pantograph Handlocher, daneben die manuelle Lochkartenabfühlung, rechts der Sortierkasten. |
![]() Handrechenmaschine |
Ist in der E-ten Dezimalstelle des Einstellwerks die Ziffer nk eingetastet, so schaltet das eigentliche Rechengetriebe (Schaltwerk) beim Additions bzw. Substraktionsvorgang das Zahnrad der E-ten Stelle im Resultatwerk um nk Zähne weiter. Nach der Art des Antriebs unterscheidet man Handrechenmaschinen und elektrische Rechenmaschinen, nach der Art der Getriebeelemente, mit denen die Weiterschaltung von den eingetasteten Ziffern abhängig gemacht wird, unterscheidet man verschiedene Grundtypen. |
| Bei der
Proportionalhebelmaschine greifen zehn Zahnstangen unter dem Tastenfeld mit je einem
Stift in einen Hut des sogenannten Proportionalhebels. Schwingt diese nach rechts, so
bewegt sich die hinterste Zahnstange um 0 Zähne, die vorderste um 9 Zähne nach rechts.
Zu jeder Dezimalstelle gehört ein Schiebemechanismus, der beim Drücken
der Taste für die Ziffer n eines der Zahnräder so verschiebt, daß es gerade in diejenige
Zahnstange greift, die sich um n Zähne nach rechts bewegt. Bei der Sprossenradmaschine
enthält das Einstellwerk Zahnräder (Sprossenräder) mit der Reihe nach versenkbaren
Zähnen.
Die Einstellung der Ziffer nk in der k-ten Stelle bewirkt, daß aus dem Inneren des k-ten
Sprossenrads nk Zähne hervortreten. In der Staffelwalzenmaschine dient eine Walze mit
achsenparallelen Rippen verschiedener Länge als Zahnrad mit veränderlicher (wirksamer)
Zähnezahl. Vollautomatische Vierspeziesmaschinen lösen selbsttätig die notwendigen Verschiebungen aus und beenden die Rechnung, wenn das Umdrehungszählwerk auf Null steht. Die Division erfolgt nach ähnlichem Schema wie die Multiplikation. Tischrechenmaschinen werden heute vorwiegend als rein elektronische Geräte gebaut; sie haben die mechanischen Rechner weitgehend verdrängt. Die verwendete Technik ist die gleiche wie bei der programmgesteuerten Rechenanlage. Sie verfügen oft über festeingebaute Programme für komplizierte Operationen (z.B. Wurzelziehen) oder führen sogar kurze, vom Benutzer auf Lochstreifen, Lochkarten oder Magnetkarten eingegebene Programme aus. Der Übergang zu den großen elektronischen Rechenmaschinen ist fließend. |
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