Seit der Februarrevolution in Paris ist viel Zeit vergangen. Nach der bis dahin schlimmsten Unruhe kam es nun zu neuen Kämpfen. Die erst durch die neue Regierung entstandenen Nationalwerkstätten sollen wieder geschlossen werden, weil die Verschuldung auf 6 Millionen Franc gestiegen ist. Dadurch wurden ca. 100.000 Menschen, zumeist Arbeiter, ihre Arbeit verlieren und damit die Zahl der Arbeitslosen wieder drastisch erhöhen. Als Alternative wurde ihnen angeboten, in die Armee einzutreten. Dies führte bei den Arbeitern zu spontanen Aktionen. Sie griffen zu den Waffen, die sie im Februar erlangt und nicht mehr aus den Händen gegebene hatten. Diesmal bot ihnen der Kampf aber weniger gute Erfolgsaussichten. Zum einen hatte die Bourgeoisie mit Unruhen gerechnet und vorsorglich 200.000 gut bewaffnete Männer zur Verfügung, die von kriegserfahrenen Generälen geführt wurden und zweitens standen große Teile des Kleinbürgertums, der Intelligenz, der Bauern und des Lumpenproletariats hinter der Regierung. Obwohl die Barrikaden der Stadt höher und fester waren als bei früheren Straßenkämpfen, ließ Cavaignac, der zum Kriegsminister ernannt worden war und diktatorische Befehlsgewalt erhalten hatte, die Barrikaden einfach wegbomben. Am 23. Juli, den ersten Tag mußten die Arbeiter die Barrikaden räumen und sich zurückziehen. In den nächsten 3 Tagen das gleiche Bild, bis ihnen nur noch die Festung der Arbeitervorstadt St. Antoine und ein Teil des Benachbarten Tempels blieb. Da streckten sie die Waffen. Der Kampf war vorbei. Der Belagerungszustand der am Anfang verhängt worden war, wurde allerdings noch ein paar Tage aufrechterhalten. Die Nationalateliers wurden am 3. Juli endgültig aufgelöst und es begann die Zeit des Terrors gegen die Bevölkerung. Über 3000 Menschen wurden sofort hingerichtet. Etwa 25.000 gerieten in Gefangenschaft und 3500 Menschen wurden in überseeische Kolonialgebiete deportiert. Der Kampf war der erste, der eine Gesellschaft in zwei große Heerlager spaltete.

Die Bourgeoisie in West-Paris und das Proletariat in Ost-Paris.