Österreich, 2.12.1848:

Die revolutionären Ereignisse des Frühjahrs zwangen das Haus Habsburg zum Thronwechsel. Der 53 jährige Kaiser Ferdinand I. dankte zugunsten seines erst 18jährigen Neffen Franz Joseph ab.

Vordringlichste Aufgabe des jungen Mannes war die Konsolidierung seiner kaiserlichen Herrschaft in dem von Krisen und Revolution geschüttelten Österreich. Franz Joseph I schaute nicht, ebenso wie seine Vorgänger, den Einsatz der militärischen Machtmittel, um die liberalen und nationalen Forderungen und Strömungen der Revolution zu unterdrücken.

Bereits am 31.Oktober hatte der österreichische Feldmarschall Alfred Fürst zu Windischgrätz den 3. Revolutionären Aufstand in Österreich niedergeschlagen, den Widerstand der Nationalgarde gebrochen und Wien erobert. Der radikalliberale Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung, Robert Blum, wurde bei den blutigen Barrikadenkämpfen gefangengenommen und standrechtlich erschossen. Sein Tod löste allgemeine Empörung aus, zeigte jedoch auch die Machtlosigkeit der liberalen Bewegung gegenüber der wiedererstarkten Reaktion. Der neue österreichische Ministerpräsident Felix Fürst zu Schwarzenberg betrieb die Rückkehr zur absolutistischen Regierungsform.

Die nationalen Erhebungen in Böhmen und Ungarn (März-Juli 1848) wurden ebenfalls mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Der „Heilige Krieg" der Italiener gegen Österreich endete mit dem Sieg des Feldmarschalls Joseph Wenzel Radetzky. Die zweite Republik in Frankreich, deren Präsident Prinz Louis Napoleon Bonaparte wurde (10.12.1848), begründete das präsidiale Regierungssystem, dessen Bürgertum sich in der Revolution gegen die Arbeiterschaft durchgesetzt hatte.

F.H.