Der Hecker-Zug
Friedrich Hecker und Gustav Struve gehören zu den Männern, die die demokratische Bewegung in Deutschland entscheidend voran getrieben haben. Sie nahmen an der Eröffnung des Vorparlaments am 31.März1848 in Frankfurt a. Main als badische Vertreter teil. Ihre radikaldemokratischen Forderungen konnten sie zwar nicht durchsetzen, und aufgrund der Feigheit anderer wurden sie auch nicht in den 50er Ausschuß gewählt. Dennoch ließen sich diese tapferen Männer nicht stoppen. Der berühmt gewordene Ausspruch der beiden: Hier in Frankfurt ist nichts zu machen. Es gilt in Baden loszuschlagen." spiegelt ihre gesamte Überzeugung und ihren Einsatz für ihre Prinzipien wieder. Aufgrund der Verhaftung von Joseph Fickler reisten Struve und Hecker nach Konstanz. Am 13. April forderte dort Hecker das badische Volk auf, beim Zug für die Demokratie dabei zu sein. Hecker war populär, der Unmut im Lande groß, und er rechnete mit 60000 Mann. Jedoch hatte er sich maßlos überschätzt, ihm folgten nur wenige 1000. Unter ihnen waren Handwerksgesellen, Arbeiter, Tagelöhner, Bauern und Studenten, aber kaum Angehörige der Bürgerwehr. Da die Kommunikation zwischen den einzelnen verstreuten Truppen nicht funktionierte, scheiterte der Aufstand. Die Menschen waren wohl mobilisiert, aber nicht organisiert. Außerdem bestand das Bundesheer aus gut bewaffneten 30 000 Mann, die die Freischärler im hessischen Schliengen niedermetzelten. Hecker blieb nur die Flucht ins Exil.
T. S.

Friedrich Hecker
Neapel-Sizilien, 29.1.1848
Verfassung nach Revolution
Nach revolutionären Unruhen in Sizilien (Palermo) und Neapel erläßt Ferdinand II., König beider Sizilien, eine Verfassung.
S. S.
Heinrich von Gagern am 19.Mai 1848 in seiner Antrittsrede als Präsident der Frankfurter Nationalversammlung:
Wir sollen schaffen eine Verfassung für Deutschland, für das gesamte Reich. Der Beruf und die Vollmacht zu dieser Schaffung, sie liegen in der Souveränität der Nation. (...) Die Schwierigkeit, eine Verständigung unter den Regierungen zustande zu bringen, hat das Vorparlament richtig vorgefühlt und uns den Charakter einer constituierenden Versammlung vindiziert. Deutschland will ein sein, ein Reich, regiert vom Willen des Volkes, unter der Mitwirkung aller seiner Gliederungen; diese Mitwirkung auch der Staaten-Regierungen zu erwirken, liegt mit in dem Beruf dieser Versammlung.
Wenn über manches Zweifel besteht und Ansichten auseinandergehen, über die Forderung der Einheit ist kein Zweifel, es ist die Forderung der ganzen Nation. Die Einheit will sie, die Einheit wird sie haben, sie befestigen; sie allein schützen vor allen Schwierigkeiten, die von außen kommen mögen, die im Innern drohen.
13.März, Wien
!!!Metternich flüchtet aus Wien!!!
Der Wienerstaatsrat, stark unter dem Einfluß Metternichs, zeigte sich lange eher unbeeindruckt gegenüber Bittschriften und Demonstrationen. Die Einwohner, besonders die Studenten und Arbeiter, gingen auf die Straßen. Nach heftigen Straßenkämpfe an diesem Märztag waren selbst die kaiserlichen Truppen machtlos. Nachdem die niederösterreichische Ständeversammlung gestürmt wurde, trennte man sich aus Angst der Gefahren noch am gleichen Abend von Metternich. Er verließ das Habsburgerreich unverzüglich mit gefälschten Papieren.
S. S.

Metternichs Bloß weg hier! Plan
Freiligrath verhaftet!
Im August diesen Jahres wurde Ferdinand Freiligrath wegen seiner Gedichte verhaftet. In Preußen wurden Sie sogar verboten. Er saß ungefähr 5 Wochen in Untersuchungshaft, wurde aber am 3.Oktober freigesprochen.
Die Anklage lautete: ... die Leute zu hochverräterischen Unternehmungen aufgehetzt zu haben, um sich gegen die landesherrliche Macht zu bewaffnen und die bestehende Verfassung umzustürzen.
E.-M. R.
Berlin, 15.12.1848
Tod des Heeresreformers Boyen
Hermann von Boyen, geboren am 23.7.1771 in Kreuzberg in Ostpreußen, preußischer Generalfeldmarschall, Kriegsminister 1814-1819 und Heeresreformer (u.a. Wehrgesetz, Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, Demokratisierungsversuche), stirbt in Berlin.
S. S.
Geburtsanzeigen
Wir geben die Geburt unseres Sohnes Otto bekannt. Er wurde am 23.5.1848 geboren.
Familie Lilienthal
E.-M. R.
Wir sind überglücklich die Geburt unserer Tochter Lili am 24.11.1848 bekannt geben zu können.
Die Familie Lehmann
E.-M. R.