Metternich wurde am 15.5.1773 in Koblenz geboren. Er ist seit 1813 Fürst und seit 1818 Herzog von Portella. Der österreichische Staatsmann war kaiserlicher Gesandter in Dresden von 1801-1803, 1803-1806 in Berlich und Botschafter in Paris von 1806 bis 1809.
Nach der österreichischen Niederlage gegen Frankreich wurde er 1809 zum österreichischen Außenminister ernannt. Im Sinne des europäischen Gleichgewichts wirkte er im 1. Pariser Frieden (1814) auf die Schonung Frankreichs hin. Auf dem unter seinem Vorsitz tagenden Wiener Kongreß betrieb er erfolgreich die Wiederherstellung der politischen und sozialen Ordnung in Europa nach den Grundsätzen der Legitimation. Die Heilige Allianz formte er zu einem Bund der Fürsten gegen die nationalen und liberalen Regungen der Völker. Als führender europäischer Staatsmann trat Metternich auf den Kongressen der Jahre 1820-22 auf, die er zum Instrument seiner legitimistischen Interventionspolitik machte. Im deutschen Bund setzte er in Zusammenarbeit mit Preußen die rücksichtslose Unterdrückung der freiheitlichen und nationalen Bewegung (Karlsbader Beschlüsse 1819) sowie die Festschreibung des monarchischen Prinzips (1820) durch. 1821 wurde er zum Haus-, Hof- und Staatskanzler in Österreich ernannt.
Als Symbolfigur wurde er bei Ausbruch der Revolution in Wien 1848 gestürzt und mußte nach England flüchten.
Das System Metternich war ausgerichtet auf die Erhaltung der "politischen Ordnung", die auf dem Wiener Kongreß restauriert worden war. Mittel seiner Politik waren u.a. Kongreßdiplomatie und militärische Interventionen, Polizeimaßnahmen und Zensur.
S. S.