21.März.1848, Berlin:
Ein großer Teil der Berliner Bevölkerung hungert
und friert, aufgrund der Wirtschaftskrise die das ganze Land fest im Griff hat. Die
Stimmung ist sehr angespannt, die Menschen sind sauer auf ihren König. Plötzlich fallen
vor dem Schloß Schüsse. Niemand weiß so richtig was passiert ist, aber innerhalb
weniger Stunden stehen in ganz Berlin annähernd 5000 Barrikaden, die Straßen wurden mit
Glas und spitzem Eisen bestreut und auf den Dächern wurden Steine und heißes Wasser und
Öl in Stellung gebracht.
Als das Militär anrückt, ziehen sich Frauen, Kinder und Greise auf die Dächer und in
die Häuser zurück. Die gegenüber dem Militär schlecht ausgerüsteten Revolutionäre
überfallen zuerst alle Gebäude, in denen sie Waffen vermuten. Besonders mörderisch
verlief der Kampf um das Landwehrhaus in der Lindenstraße. Der Kampf um die Waffen war
blutig, hart und vergebens. Die erbeuteten Waffen konnten die Niederlage der
Revolutionäre nicht mehr verhindern, sondern höchstens hinauszögern.
Am Morgen nach der blutigen Nacht läuteten die Glocken in ganz Berlin, um den niedergemetzelten Revolutionären die letzte Ehre zu erweisen. Danach waren nur die feierlichen Umzüge der Männer, Frauen, Kinder und Greise zu hören, die zum Schloß marschierten. Sie trugen mit Blumen geschmückte Bahren mit den Toten auf ihren Schultern. Die Menschenmassen bogen langsam in den inneren Schloßhof ein, unter ihnen Männer mit vom Kampf zerfetzten Kleidern. Durch die dumpfen Rufe der Menschenmengen herbei gezwungen, erschien der König und seine weinende Gattin auf der oberen Galerie. Zur Verdeutlichung seiner Trauer trug der König die Farben der Revolutionäre, was für sie wie ein kleiner Sieg war. Aus der Volksmenge erklang auf einmal Jesus meine Zuversicht" und alle stimmten mit ein. Der König zog sich schließlich in seine Gemächer zurück und das Volk ging mit grimmiger Feierlichkeit davon.
T. S.

preußisches Militär schießt auf verbarrikadierte Revolutionäre

jubelnde Menge während der Barrikadenkämpfe in Berlin