Benutzer: gast • Besitzer: seminar • Zuletzt geändert am: 2010/11/04 10:47:26

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Emergenz


Emergentes Verhalten von Robotern ist durchaus gewollt, ja letztlich ist es
Ziel, einfache Grundaktionen so zu definieren, daß sie im Zusammenwirken zu
Eigenschaften führen, die nur mit hohem Programmier- und Konstruktionsaufwand
als explizite Eigenschaft zu realisieren wären. Es zeichnet KL- Systeme
geradezu aus, daß sie zwar relativ einfach aufgebaut, jedoch für die
verschiedensten Umweltanforderungen gewappnet sind.
Mitunter aber können emergente Eigenschaften nicht akzeptiert werden.

Ein Beispiel:

Ein Streichholz und eine Streichholzschachtel.

Jedes der beiden Grundelemente hat für sich genau definierte Eigenschaften wie
Größe, Gewicht, stoffliche Zusammensetzung usw..
Die Summe beider Elemente des Systems ist jedoch weit mehr, als die Summe der
Abmaße, der Gewichte und der enthaltenen Stoffe. Streicht man das Zündholz an
der Reibefläche, so entzündet es sich, eine Eigenschaft, die keines der beiden
Elemente allein besitzt. Doch neben dieser gewünschten emergenten Eigenschaft
der Feuerbereitung ergibt sich auch die unerwünschte Eigenschaft der
Selbstzerstörbarkeit, dann nämlich, wenn das brennende Holz nach dem
Zündvorgang in unmittelbarer Nähe der Schachtel verbleibt.
Das Zusammenspiel mehrerer einfacher Systemkomponenten bringt völlig neue
Eigenschaften hervor - EMERGENZ -.

Bei der Konstruktion von KL- Robotern ist es das Ziel, emergentes Verhalten
auf möglichst effizientem Wege zu erreichen, jedoch kann nie ausgeschlossen
werden, daß auch unkontrollierte Aktionen und Eigenschaften Ergebnis des
Zusammenspiels sein können, emergentes Verhalten zu Fehlfunktionen oder gar
zur Zerstörung eines Systems führen kann.